Nie war er wertvoller als heute - Der Allrounder

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Auch ein Allrounder: „Mein Gott, Walther“... wie die Zeit vergeht: Mike Krüger wird 60

Hamburg/Braunschweig:  36 Jahre ist das jetzt her – das Lied über den kleinen Walther Wachtel, dem nichts so recht gelingen will. Der Simpelsong wurde ein Hit und machte einen großen Schlaks aus Hamburg mit der großen Nase auch als Komiker groß.
„Mein Gott, Walther“... Mike Krüger wird 60! Der Allrounder, der in anderen Hits den Nippel durch die Lasche zog und Bodo mit dem Bagger baggern ließ, feiert heute seinen runden Geburtstag. Doch dazu will er sich nicht äußern, er habe zu wenig Zeit für Interviews, heißt es von seiner Agentur.
Geschrieben hat Krüger den Song schon als 15-Jähriger, als der Schüler Michael noch der Klassenclown war. „Gelacht hat man über mich schon in der Schule, aber ausgelacht wurde ich zum Glück nie“, erzählte der gebürtige Ulmer, der in Hamburg aufwuchs, mal in der Rubrik „einestages“ bei Spiegel Online.
Das „Mein Gott, Walther“-Album – die Aufnahme eines Auftritts in einem kleinen Hamburger Lokal – wurde 700000 Mal verkauft, es ist Krügers bislang einziges Nummer-eins-Album. „Das wird es wohl auch bleiben“, meinte Krüger vor seinem 35. Bühnenjubiläum, das er im vergangenen Jahr feierte. Auch der „Walther“ gehört noch immer zu ihm: „Die Leute singen mit, die kennen ja jedes Wort, und ich spiele einfach nur Gitarre dazu – das ist herrlich“, sagte er.
Krüger ohne Gitarre – auf der Bühne undenkbar, im Fernsehen und Kino durchaus. Gemeinsam mit Thomas Gottschalk sicherte er sich in den 80er Jahren mit gleich mehreren Leinwand-Komödien auf immer und ewig den „Supernasen“-Titel. Auch als Moderator im Fernsehen startete der gelernte Betonbauer, der als Lehrling den neuen Hamburger Elbtunnel mitbaute, zu jener Zeit durch und moderierte von 1986 bis 1989 die ARD-Samstagabendshow „Vier gegen Willi“.

Diesem Medium ist Krüger treu geblieben, der Tournee-Bühne über viele Jahre nicht. Erst 2009 kehrte er dorthin zurück – als „Zweiohrnase“ mit schütterem Haar, Kalauern und Schenkelklopfern, mit alten und neuen Blödelsongs.
Ist er immer noch der „Knittelbarde“? „Ach, das war so eine Erfindung meiner Plattenfirma. Barden waren in den Siebzigern ja in, da gab es Reinhard Mey, Otto Waalkes. Aber ich lege auch heute noch Wert darauf, dass das ein oder andere Lied gesungen wird.“ Das unterscheidet Krüger von vielen jüngeren Comedians, die lediglich auf das gesprochene Wort setzen. (dpa)
Quelle Augsburger Allgemeine

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